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Wie lange dauert der Anflug auf Düsseldorf? Von Reiseflughöhe bis Aufsetzen

2026-08-29 · TOWER LOG

Zwischen dem Sinkflugbeginn in Reiseflughöhe und dem Aufsetzen in Düsseldorf vergehen rund 20 bis 25 Minuten. Der Sinkflug startet dabei etwa 220 Kilometer vor der Bahn – wenn die Maschine aus dem Süden kommt, also ungefähr über der Rhein-Neckar-Region. Warteschleifen und Radarvektoren können diese Zeit deutlich verlängern; jede Runde im Warteraum kostet allein vier Minuten.

Der Anflug beginnt viel früher, als die meisten denken

Wer im Flugzeug sitzt und die Durchsage zum beginnenden Sinkflug hört, ist gedanklich schon fast da. Tatsächlich liegen zu diesem Zeitpunkt noch rund zwei Landkreise zwischen der Maschine und dem Flughafen.

Der Grund ist simple Geometrie. Ein Verkehrsflugzeug soll den Sinkflug möglichst mit Triebwerken im Leerlauf zurücklegen, und dabei verliert es pro zurückgelegter Seemeile nur etwa 300 Fuß Höhe. Daraus ergibt sich die Faustregel, mit der Besatzungen seit Jahrzehnten rechnen: drei Seemeilen pro 1.000 Fuß Höhenverlust, kurz die 3:1-Regel.

Für einen Flug aus Palma oder Antalya in Flugfläche 370 – also knapp 11.300 Meter – sieht die Rechnung so aus: 37 mal drei Seemeilen ergibt 111 Seemeilen, gut 205 Kilometer. Dazu kommt ein Zuschlag von etwa zehn Seemeilen fürs Abbremsen, denn oben fliegt die Maschine mit Reisegeschwindigkeit und muss unten deutlich langsamer sein. Macht rund 120 Seemeilen oder 220 Kilometer Anflugweg.

Umgerechnet auf die Landkarte heißt das: Kommt der Flieger von Süden über den Rhein, beginnt der Sinkflug ungefähr auf Höhe Mannheim. Kommt er aus Nordosten, ist er noch hinter Hannover. Die Höhen, um die es dabei geht, erklärt Wie hoch fliegen Flugzeuge im Reiseflug?

Die drei Abschnitte im Zeitplan

Der Anflug zerfällt in drei Teile, die sich nicht nur in der Höhe, sondern vor allem im Tempo unterscheiden. Und weil das Tempo sinkt, brauchen die letzten Kilometer überproportional viel Zeit.

AbschnittHöheStreckeDauer
Sinkflug aus dem ReiseflugFL370 → FL100 (11.300 → 3.000 m)ca. 81 NM / 150 kmca. 11–12 min
Übergang in den NahbereichFL100 → 4.000 ft (3.000 → 1.200 m)ca. 18 NM / 33 kmca. 4–5 min
Endanflug auf dem Gleitweg4.000 ft → Aufsetzenca. 12 NM / 22 kmca. 5 min
Summe ohne Umwegeca. 111 NM / 205 kmca. 21 min

Auffällig ist die vorletzte Zeile: Die letzten 22 Kilometer verschlingen fast so viel Zeit wie die 150 Kilometer davor. Oben legt die Maschine über 700 Kilometer pro Stunde über Grund zurück, im Endanflug sind es noch rund 280. Der Flughafen selbst liegt 147 Fuß über dem Meer, also knapp 45 Meter; der Endanflug beginnt in Düsseldorf typischerweise bei 4.000 Fuß, und der Gleitweg mit seinen drei Grad Neigung braucht für diese gut 1.100 Meter Höhenunterschied schlicht seine zwölf Seemeilen. Wie dieser Gleitweg technisch funktioniert, steht in Wie funktioniert ein ILS?

Warum das Tempo unterwegs halbiert wird

Die Geschwindigkeit ist im Anflug kein Nebeneffekt, sondern das wichtigste Werkzeug der Anflugkontrolle. Über sie werden die Abstände zwischen den Maschinen aufgebaut, ohne dass jemand einen Umweg fliegen muss.

Grundsätzlich gilt in Deutschland unterhalb von Flugfläche 100 eine Höchstgeschwindigkeit von 250 Knoten, rund 460 km/h. Eine Ausnahme macht die DFS für Luftraum C: Dort sind laut ihrer Pilot-Information 2/2024 auch höhere Geschwindigkeiten unterhalb FL100 zulässig, weil der Lotse in diesem Luftraum jedes Flugzeug kennt, auch die Sichtflieger. In der Anflugsequenz spielt das trotzdem selten eine Rolle, denn dort gibt der Lotse ohnehin feste Werte vor: erst 220, dann 180, im letzten Abschnitt 160 Knoten, bis kurz vor der Bahn auf die Anfluggeschwindigkeit verzögert wird. Die typischen Endwerte stehen in Wie schnell fliegt ein Flugzeug im Landeanflug?

Ähnlich verhält es sich mit der Höhe. Der ideale Anflug wäre ein durchgehender Gleitflug, in der Praxis wird er in Stufen gestaffelt – und jede Stufe verlängert nicht nur den Weg, sondern auch die Zeit. Warum das so ist, erklärt Warum sinken Flugzeuge nicht gleichmäßig?

Was den Anflug verlängert

Die 21 Minuten aus der Tabelle sind der Bestfall: geradeaus rein, keine Verzögerung. Im Alltag kommen regelmäßig Zuschläge dazu.

Über welche Städte der Endanflug dabei führt, zeigt Anflugroute Düsseldorf.

Und nach dem Aufsetzen?

Für Passagiere endet der Anflug nicht mit dem Aufsetzen, sondern erst an der Parkposition. Diese Rollzeit wird gern unterschätzt. EUROCONTROL setzt in seinen Standardwerten für die Zeit von der Landung bis zum Stillstand am Gate im europäischen Schnitt 6,0 Minuten an; an großen Flughäfen ab 150.000 Flugbewegungen im Jahr sind es 7,2 Minuten.

Düsseldorf fällt in diese Kategorie: 2025 zählte der Flughafen über 159.900 Starts und Landungen bei 21 Millionen Passagieren. Realistisch sind also gut sieben Minuten zwischen Aufsetzen und dem Erlöschen des Anschnallzeichens – womit vom Sinkflugbeginn bis zur Tür rund eine halbe Stunde vergeht. Was danach am Flugzeug passiert, steht in Turnaround: Was zwischen Landung und Start passiert.

✈ LIVE-RADAR ÖFFNEN

Restzeit im Live-Radar selbst abschätzen

Mit den Zahlen oben lässt sich für jede Maschine im Radar grob ausrechnen, wann sie aufsetzt. Drei Faustregeln reichen dafür:

  1. Über die Höhe. Teile die angezeigte Höhe in Fuß durch 300 – das Ergebnis ist die ungefähre Reststrecke in Seemeilen bis zur Bahn. Eine Maschine in 6.000 Fuß ist also noch etwa 20 Seemeilen oder 37 Kilometer entfernt. Die Regel gilt nur, wenn das Flugzeug schon auf die Bahn ausgerichtet ist; im Gegenanflug ist der tatsächliche Weg länger.
  2. Über die Entfernung. Im Standardausschnitt reicht der Radarblick rund 15 Seemeilen, also 28 Kilometer weit. Wer am Rand dieses Kreises einen Anflug auftauchen sieht, hat noch etwa vier Minuten bis zum Aufsetzen.
  3. Über die Höhenzahl selbst. Steht der Wert über mehrere Aktualisierungen still, hält die Maschine eine zugewiesene Stufe – dann ist sie länger unterwegs, als die reine Rechnung vermuten lässt. Fällt der Wert stetig in krummen Zwischenwerten, sinkt sie durch.

Wer den eigenen Ort einordnen will, findet den passenden Ausschnitt unter Flugzeuge über Düsseldorf. Für den zweiten NRW-Flughafen gilt dieselbe Rechnung mit anderen Routen: Flugzeuge über Köln.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Anflug auf Düsseldorf?

Vom Sinkflugbeginn in Reiseflughöhe bis zum Aufsetzen vergehen ohne Umwege rund 20 bis 25 Minuten. Der Sinkflug aus Flugfläche 370 bis Flugfläche 100 dauert etwa elf bis zwölf Minuten, der Übergang in den Nahbereich vier bis fünf Minuten, der Endanflug auf dem Gleitweg noch einmal rund fünf Minuten. Radarvektoren zum Einfädeln in die Landereihenfolge kommen mit fünf bis zehn Minuten dazu, jede vollständige Warteschleife mit vier Minuten. Bis zur Parkposition dauert es nach dem Aufsetzen im Schnitt weitere sieben Minuten.

Wo beginnt der Sinkflug nach Düsseldorf?

Etwa 220 Kilometer vor der Landebahn. Die Rechnung dahinter ist die 3:1-Regel: Pro 1.000 Fuß Höhenverlust braucht ein Verkehrsflugzeug drei Seemeilen Strecke, wenn es mit Triebwerken im Leerlauf gleiten soll. Aus Flugfläche 370 ergibt das 111 Seemeilen, plus rund zehn Seemeilen Zuschlag fürs Abbremsen. Aus Süden kommend liegt dieser Punkt ungefähr auf Höhe Mannheim, aus Nordosten hinter Hannover.

Wie erkenne ich im Radar, wie weit ein Anflug noch entfernt ist?

Über die angezeigte Höhe. Geteilt durch 300 ergibt sie die ungefähre Reststrecke in Seemeilen: 3.000 Fuß entsprechen rund zehn Seemeilen oder 18 Kilometern, 6.000 Fuß rund 20 Seemeilen. Das funktioniert nur im geraden Endanflug – solange die Maschine noch im Gegen- oder Queranflug quer zur Bahn fliegt, ist der tatsächliche Weg länger. Ein Anflug am Rand des Standardausschnitts von 15 Seemeilen ist etwa vier Minuten vom Aufsetzen entfernt.

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