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Wie genau ist Flightradar? Warum Positionen ein paar Sekunden alt sind

2026-07-21 · TOWER LOG

Die Position, die ein Flugzeug sendet, ist satellitengenau – meist auf etwa zehn Meter. Ungenau wird nicht die Messung, sondern der Weg: Zwischen dem Moment, in dem das Flugzeug funkt, und dem Punkt auf deinem Bildschirm liegen typischerweise einige Sekunden. Bei Reisetempo sind das schnell ein bis zwei Kilometer – der Grund, warum der Flieger am Himmel schon weiter ist als sein Symbol im Radar.

Wo die Position herkommt – und wie exakt sie ist

Ein Live-Radar misst nichts selbst. Es zeigt an, was das Flugzeug über ADS-B von sich aus meldet: die eigene Position aus der Satellitennavigation an Bord. Diese Angabe ist sehr präzise, in der Größenordnung von rund zehn Metern. Für die Frage „Ist das der Flieger, den ich gerade über mir sehe?“ ist das um Größenordnungen genauer als nötig.

Der Sonderfall sind Maschinen, die keine Position senden und stattdessen über Multilateration geortet werden – mehrere Bodenempfänger vergleichen die Laufzeiten desselben Signals. Solche Positionen sind deutlich gröber, je nach Empfängergeometrie von einigen zehn Metern bis zu mehreren hundert Metern, und sie kommen zusätzlich verzögert an. Erkennbar sind sie oft an einer leicht zackigen, springenden Spur.

Die Verzögerungskette

Bis die Meldung bei dir ankommt, durchläuft sie mehrere Stationen, und jede kostet Zeit:

  1. Senden: Das Flugzeug funkt seine Position rund zweimal pro Sekunde. Schon hier ist der Wert einen kurzen Moment alt, weil er zuvor berechnet werden musste.
  2. Empfangen: Eine Bodenstation in Sichtlinie muss das Paket hören. Ohne Sichtverbindung passiert an dieser Stelle gar nichts.
  3. Sammeln und Prüfen: Das Netzwerk führt die Meldungen vieler Stationen zusammen, entfernt Doppler und verwirft unplausible Punkte. Bei großen Anbietern liegt allein diese Verarbeitung im Bereich von etwa zehn bis fünfzehn Sekunden, bei Multilateration eher darüber.
  4. Abrufen: Deine Radarseite fragt die Daten in festen Abständen ab. Das Radar hier aktualisiert etwa alle fünf Sekunden – im Mittel ist der angezeigte Punkt also noch einmal ein paar Sekunden älter als der letzte verfügbare Datensatz.

Was Sekunden in Metern bedeuten

Deshalb fällt die Verzögerung je nach Flugphase völlig unterschiedlich auf:

Praktischer Effekt: Wenn du den Kopf hebst und der Jet schon halb über dem Dach ist, während das Radar ihn noch anfliegend zeigt, ist das kein Fehler, sondern normale Laufzeit. Umgekehrt ist es genau der Grund, warum sich das Radar hervorragend als Vorwarnung eignet – der nächste Anflug steht in der Liste, bevor du ihn hörst.

Die Höhe ist eine eigene Geschichte

Die angezeigte Höhe stammt in aller Regel nicht aus dem Satellitensignal, sondern vom barometrischen Höhenmesser. Oberhalb der Übergangshöhe rechnen alle Flugzeuge mit demselben Referenzdruck von 1013,25 hPa – das hält die Maschinen sauber gestaffelt, weicht aber vom tatsächlichen Abstand zum Boden ab, sobald der reale Luftdruck davon abweicht. Bei einem kräftigen Tief oder Hoch summiert sich das auf mehr als hundert Meter Unterschied zur echten Höhe über Grund. Für die Staffelung untereinander ist das egal, für die Frage „wie tief war der wirklich?“ nicht.

Dazu kommt: Die Höhe wird meist in Fuß übertragen und in groben Stufen gemeldet. Kleine Sprünge in der Anzeige sind normal und bedeuten nicht, dass das Flugzeug tatsächlich gehüpft ist.

Wenn eine Spur abreißt

Lücken haben fast immer einen von drei Gründen:

Welches Muster überhaupt zu dir passt, wenn keine Spur da ist, verrät oft schon der Blick nach oben – die Merkmale dafür stehen in Flugzeug am Himmel erkennen. Wie voll der Himmel gerade über dem Rheinland ist, siehst du auf den Seiten Flugzeuge über Düsseldorf und Flugzeuge über Köln.

Fazit: genau genug für den Blick nach oben

Für die Frage, welche Maschine gerade über dir steht, ist ein Live-Radar mehr als präzise genug. Was du im Kopf behalten solltest: Der Punkt ist ein paar Sekunden alt, die Höhe ist barometrisch, und was nicht sendet, ist auch nicht zu sehen. Mit diesen drei Einschränkungen passt die Anzeige erstaunlich gut zu dem, was du hörst.

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Häufige Fragen

Wie genau ist die Position im Flightradar?

Die vom Flugzeug gesendete Position stammt aus der Satellitennavigation an Bord und ist meist auf rund zehn Meter genau. Ungenauer sind nur Maschinen ohne Positionssignal, die über Multilateration geortet werden – dort reicht die Abweichung von einigen zehn bis zu mehreren hundert Metern.

Warum ist die Anzeige ein paar Sekunden verzögert?

Weil die Meldung mehrere Stationen durchläuft: senden, an einer Bodenstation empfangen, im Netzwerk zusammenführen und prüfen, und schließlich im Browser abrufen. Zusammen ergibt das typischerweise einige Sekunden – bei Reisetempo rund ein Kilometer Versatz.

Stimmt die angezeigte Flughöhe genau?

Sie ist barometrisch gemessen und bezieht sich oberhalb der Übergangshöhe auf den Standarddruck von 1013,25 hPa. Bei starkem Hoch- oder Tiefdruck kann die tatsächliche Höhe über Grund deshalb um mehr als hundert Meter abweichen.

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